Im April 1986 gab es im Reaktor 4 in Tschernobyl eine Explosion und die umliegende Region wurde auf unbestimmte Zeit atomar verseucht, noch heute sterben viele Menschen von den damaligen Auswirkungen und das Gebiet bleibt auf unbestimmte Zeit unbewohnbar.
Da müssen wir hin! Ist mal was anderes als ne Woche am Meer und genau das richtige für uns zwei Extremtouristen :)
Somit fanden sich dann gut 25 Leute am Treffpunkt ein und es ging mit einem alten Potsdamer Bus Richtung Geisterstadt. 2.5 Stunden brauchten wir und sahen dabei einen eindrucksvollen Film über die Vorgänge von damals. Im laufe der Fahrt wurde die Gegend einsamer, die Autos und Menschen wurden weniger aber sonst schien alles wie überall. Wald und Flur und nachdem Regen nun auch etwas Sonne.
Schließlich hielten wir an der ersten von zwei Straßensperren, 30km vor dem Reaktor, und ließen unsere Reisepässe kontrollieren, den nur wer ein Visum hatte durfte rein!
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Anschließend hielten wir eine kleine Schulung ab wie der Tag so ablaufen würde und unterzeichneten das wir das Land nicht verklagen falls uns irgendwas passiert ;)
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Danach ging es weiter durch die Landschaft und nochmal durch den 10km Kontrollpunkt bis wir schließlich nahe des Kühlwasserfluss hielten und einen ersten fernen Blick auf die Gegend und den Reaktor erhaschen konnten. Da waren wir nun also... an einem Ort wo viele Menschen starben und noch heute keine Leben können. Als Touristen!
Bereits hier zeigte der Geigerzähler eine Strahlung von 0.140 an, "normal" in allen Städten auf der Welt ist zwischen 0.004 und 0.011. (Kiev 0.009).
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Dann ging es weiter in Richtung Reaktor, bis auf das Klicken der vielen Kameras im Bus hörte man, abgesehen vom Geigerzähler klackern, nichts weiter. Wie hielten am Kühlwasserbecken und beobachten die dort lebenden Katzenfische und besuchten ein Denkmal. Hier war es uns nicht erlaubt Fotos von der Reaktoranlage zu machen, da hatten sich die Russen wohl etwas mit Ihrer Sicherheit...
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Nachdem wir die weiträumig abgeriegelte und stark bewachte Anlage umfahren hatten hielten wir endlich vorm Reaktor 4! Fotos waren hier auch nur in seine Richtung erlaubt.. Wir liefen nur wenige Meter vom Bus in Richtung Reaktor doch die Geigerzahl stieg umgehen von 0.500 auf 0.720 hektisch piepende Geigercounts...
Da stand ich nun vor diesem Bauwerk.. was fühlt man da?
Tja, eigentlich sieht alles normal aus. Alt und einfallend. Wenn man nicht um die Geschichte und Gefahr dieses Ort wüsste, dann könnte man meinen dort sei nichts besonderes. Wir hatten 10 Minuten für Fotos und dann ging es schon wieder in den Bus.
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Nächster und längster, sowie interessantester Aufenthalt war die Geisterstadt "Pripyat" wo einst 80.000 Menschen lebten... bis sie vor 22 Jahren schlagartig Evakuiert wurden und die Stadt sich selbst und der Natur überlassen wurde, sehr eindrucksvoll das ganze.. unheimlich und schaurig teils. Die alte Schule zu betreten, wo noch die Bücher offen auf den Tischen lagen war unbeschreiblich vom Gefühl her.
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Nachdem längeren und eindrucksvollen Stop dort ging es zurück zum Reaktor um in der Kantine nebenan ein leckeres umfangreiches Mittagessen einzunehmen.
Vorher mussten wir jedoch eine "radiation controll" über uns ergehen lassen, welche wir alle bestanden. (Jemand aus der Gruppe nach uns nicht!)
Das essen war ganz im ukrainischen Still und sehr lecker und mehr als genug. Danach traten wir die Rückfahrt nach Kiev an, kurz vorm verlassen der Zone wurde der ganze Bus nochmal auf Strahlung geprüft.
Man mag sich fragen, wie gefährlich dieser Ausflug sei... genau sagen kann das niemand aber auf Grund der Zeit, der man sich der Strahlung aussetzt solle das nicht gefährlicher sein als ein Transatlantikflug.
Überigens betrug die Strahlung im "Red Forest" - der am schlimmsten verseuchten Region ganze 2000 Geigercounts (im Bus!) und außerhalb von diesem sogar mehr als 17.000 counts.. verlassen durften wir diesen dort aber nicht, wir fuhren nur eben durch da das Risiko dort viel zu hoch sei um auch nur den Waldboden zu betreten!
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2 Kommentare:
krasser shit alter
richtig gut wiedergegeben, bro...man kann ja jetzt schon fast Bro sagen :-)
Lassen wir uns überraschen wann und wo sich unser nächster Trip ergibt...
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